Steinbach trennt sich von „CDU-Apparatschiks“ – nicht aber von Union!

Mit dem scheidenden Landrat Arndt Steinbach verlässt einer der letzten Konservativen den CDU Kreisverband Meißen. Er handelte als Politiker überlegt und agierte dafür – wenn nötig – auch kritisch in die eigenen Unions-Reihen. Als Landrat kam er seiner Neutralitätspflicht vorbildlich nach, viele andere Amtsträger können sich da eine große Scheibe abschneiden.

In Erinnerung bleibt bei mir ein Zitat von Herrn Steinbach aus dem Jahr 2015: „Ich bin ein Landrat für alle Einwohner des Landkreises. Es macht keinen Sinn, Menschen mit anderen Meinungen, auch wenn sie extrem sind, auszugrenzen. Ich möchte mit jedem sprechen und versuchen, ihn von den zu lösenden Aufgaben im Landkreis zu überzeugen.“ Tatsächlich scheute er keine Debatte und suchte auch das Gespräch zu allen politischen Mitbewerbern. Ihm ist vieles gelungen. Einige Pläne für die Zukunft Meißens, u.a. die Herzensangelegenheit des Neubaus des Landratsamtes, konnte er aus verschiedenen Gründen nicht durchsetzen.

Auch mit seiner konservativen Grundhaltung konnte er in seiner Partei nicht durchdringen. Wenn es etwas gibt, das man uneingeschränkt an Herrn Steinbach kritisieren kann, dann, dass er der CDU bis heute nicht den Rücken kehrte. Das auch, obwohl der Meißner Kreisverband seine Leistungen offensichtlich nicht würdigte und bei der letzten Vorsitzwahl Herrn Fischer den Vorzug gab – einem Kandidaten, der ideologisch polternd unterwegs ist und Herrn Steinbach in keiner Weise das Wasser reichen kann, außer im gastronomischen Sinne. Letztlich hielt Herr Steinbach dann dem Kreisverband als Abschiedsgeschenk den Spiegel vor, indem er den als Landratskandidaten doch gescheiterten Fischer als zukünftigen Bundestagsabgeordneten vorschlug.

Arndt Steinbach verlässt einen in sich total zerstrittenen CDU-Kreisverband, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Dafür wünsche ich ihm viel Glück.

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